Die Stallapotheke ist Pflicht! Aber nicht nur die richtige Zusammenstellung ist wichtig, sondern eine ganze Reihe von Punkten sollte beachtet werden. Wir präsentieren 9 wichtige Tipps für deine Stallapotheke!

1. Haltet die Stallapotheke immer aktuell!

Wer mal in eine allgemeine Verkehrskontrolle geraten ist, wird dies bereits kennen: Die Beamten prüfen nicht nur ob ein Erste-Hilfe-Set vorhanden ist, sondern auch ob dieses noch gültig ist. Medikamente, aber auch Binden und weiteres Material haben ein Ablaufdatum.

Der Grund ist einfach: Die Wirksamkeit von Medikamenten lässt mit der Zeit nach, Verbandszeug ist selbst bei bester Lagerung irgendwann nicht mehr steril. Ihr würdet also unter Umständen eine Wunde mit einer nicht sauberen Binde verbinden – eine Einladung für Infektionen jeglicher Art!

Kontrolliert daher einmal im Jahr die Haltbarkeit der Produkte und stellt euch Erinnerungen.

2. Überlegt euch die Unterbringung gut!

Eine Stallapotheke muss an einem Ort untergebracht werden, der gleich mehrere Ansprüche erfüllt.

Hier die Anforderungen:

  • Stets erreichbar – wenn ihr im Notfall erst drei schwere Türen aufschließen müsst oder mit dem Auto zum nächsten Gebäude am anderen Ende der 100 Hektar Farm fahren müsst, ist das Mist! Ideal ist eine Nähe sowohl zu den Reitanlagen als auch dem Stall.
  • Trocken – Feuchtigkeit ist Gift für den Inhalt einer Stallapotheke.
  • Sauber – ergänzend zu trocken sollte auch ein Schutz vor Staub und ähnlichem gegeben sein. Eine stabile Aluminium-Kiste mit Schnappverschlüssen würde beispielsweise beide Anforderungen erfüllen. Ein klassischer Putzkasten eher nicht.
  • Auffällig – wenn ihr euch für eine eher unauffällige Box oder Kiste entscheidet, markiert diese sichtbar. Im Zweifel soll auch jemand den ihr losschickt sofort wissen, was aus dem Regal gezogen werden muss. Das klassische Rote Kreuz ist sicher keine verkehrte Idee und schnell mit etwas farbigem Klebeband an allen Seiten angebracht.

3. Führt eine Liste über den Verbrauch und ersetzt verbrauchtes sofort!

Ihr habt die Apotheke benutzt? Schreibt das auf und macht euch direkt Gedanken über Ersatz! Ein Pflaster ist nur solange „nur ein Pflaster“, wie es auch weitere im Kasten gibt. Und wenn dann bei einem wirklichen Notfall etwas leer ist, bleibt keine Zeit mehr um Ersatz zu kaufen.

Ein kleiner Verbrauchsblock sollte daher für die nötige Nachvollziehbarkeit akribisch geführt werden. Das kann analog mit Stift und Papier erfolgen oder auch digital.

4. Desinfiziert und säubert die wiederverwendbaren Teile der Apotheke!

Dass ihr verbrauchtes Material ersetzen solltet, haben wir schon geklärt. Aber was ist mit dem Rest? Scheren und dergleichen sollten nach und auch vor jeder Benutzung gesäubert und desinfiziert werden!

Pferde sind leider sehr anfällig für Infektionen durch Wunden, daher ist hier wirklich Vorsicht geboten. Tut euch selbst einen Gefallen und macht euch hier die Mühe!

5. Wisst, was zu tun ist!

Medikamente und Binden sind schön und gut, aber ihr müsst auch wissen, wie ihr diese anwenden könnt.

Besorgt euch einen Leitfaden für die erste Hilfe bei Pferden, druckt diesen aus und fügt ihn der Apotheke hinzu. Unseren kostenlosen Leitfaden findet ihr hier.

6. Besorgt euch alle wichtigen Artikel für eure Stallapotheke

Sich ohne vorherige Recherce eine Apotheke zusammenzustellen führt nicht weit, entweder gebt ihr zu viel Geld aus oder euch fehlen wichtige Sachen. Unsere Checkliste mit 21 Artikeln kann für euch ein guter Grundstock sein.

7. Packt keinen nicht wirkenden Mist in eure Apotheke

Zusätzlich zu den wirksamen Mitteln gibt es im Medizinbereich auch viel unbrauchbaren Unfug. Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für die Wirksamkeit von Bachblüten, homöopathische Globuli und ähnliche Mittel!

Ihr gebt nur viel Geld für ein Placebo aus und diesen Placebo-Effekt könnt ihr auch viel günstiger haben. Tut euch und eurem Pferd einen Gefallen und haltet euch an Mittel deren Wirkung einen nachweisbaren Hintergrund hat.

„Immerhin schaden sie nicht“ gilt hier übrigens nicht, denn wenn die richtige Behandlung hinausgezögert wird, kann dies zu dauerhaften Problemen führen.

8. Teilt euch die Apotheke mit anderen!

Puh, ganz schön viel zu bedenken und zu tun. Die Kosten sind auch nicht ohne. Und das ganz alleine. Oder doch nicht? Wer sich den Reitstall mit anderen Reitern teilt, kann sich auch die Apotheke teilen! Wichtig ist es natürlich verlässliche Leute zu finden und zu kontrollieren ob Absprachen eingehalten werden.

Ihr solltet daher eine Person bestimmen, die die hier genannten Punkte überwacht und gegebenenfalls nachbessert oder die Situation anspricht, damit zusammen nachgebessert wird. Gerade bei mehreren Benutzern fallen Aspekte wie der Verbrauch natürlich stärker ins Gewicht, da automatisch öfter auf die Apotheke zugegriffen werden wird.

9. Kennt eure Grenzen!

Nicht alle Probleme kann man alleine beheben, also ruft im Zweifel lieber einmal zu oft als zu wenig den Tierarzt an. Natürlich kostet der Besuch Geld, aber euer Pferd sollte es euch wert sein.

Und oftmals ist eine schnelle kundige Behandlung am Ende günstiger, als wenn man es erst auf eigene Faust mit Wundermitteln versucht (siehe 7.) und am Ende damit das Problem nur verschleppt. Dadurch wird es mit Pech nur größer und damit teurer in der Behandlung werden lässt.


Ist diese Liste für euch hilfreich oder vermisst ihr vielleicht einen weiteren Punkt? Hinterlasst uns einen Kommentar!

 

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