Als Anfänger sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht, so viel Zubehör, Klamotten und Möglichkeiten gibt es. Aber was davon ist wirklich sinnvoll für den Einsteiger?

Dieser Frage gehen wir hier nach! Ob der Reitsport wirklich das richtige ist, weiß man ja in der Regel erst nach einigen Reitstunden und daher sollte man anfangs nicht unnötig viel Geld ausgeben.

Wir listen einerseits die wichtigsten Must-Haves, optionale Nice-To-Haves als auch das wichtigste No-Go auf. Hier geht es nicht um gutes oder professionelles Aussehen, sondern vielmehr um Sicherheit, die Vermeidung von Frust und Fehlern und sinnvolle Investitionen!

Die sinnvolle Erstausstattung:

Absolutes Must-Have – der Reithelm:

Reithelm in BahnOhne Helm sollte man nie, nie, nie auf ein Pferd steigen! Auch kleine Kinder die einfach nur im Kreis geführt werden, sollten nicht ohne Helm aufsteigen dürfen. Pferde sind Fluchttiere und auch das treuste Tier kann jederzeit scheuen oder anderweitig falsch reagieren.

Lasst euch nicht von falscher Eitelkeit hinreißen – mit Helmen sehen wir alle gleich seltsam aus!

Fahrradhelme sind nicht geeignet! Sie sind für komplett andere Unfälle ausgelegt, schließlich fällt man von einem Fahrrad längst nicht aus den gleichen Höhen wie selbst von einem kleinen Pony. Hier unterscheiden sich dem entsprechend auch die vorgeschriebenen Sicherheitsnormen.

Wichtig ist auch, dass der Helm korrekt sitzt. Wenn er im Falle des Falles verrutscht, verpufft die Sicherheitswirkung. Stellt ihn daher in Ruhe ein!

Leih-Helme und gebrauchte Helme:

Ein Helm kann anfangs auch geliehen werden, passt hierbei jedoch auf mögliche Probleme wie etwa Kopfläuse auf. Auch muss der Helm absolut intakt sein, ein Helm sollte nach jedem Sturz den er abwehrt getauscht werden, da der Schutz dann nicht mehr gewährleistet werden kann. Die gleichen Einschränkungen gelten für gebrauchte Helme.

Was sollte ein Einsteiger-Helm kosten?
Je nach Größe des Kopfes und gewünschter Features zwischen 25€ und 45€. Wichtig ist, dass der Helm der Sicherheitsnorm 1384 oder der VG1 entspricht, dann kann man ihn beruhigt kaufen.

Das passende Schuhwerk – der zweitwichtigste Teil der Ausrüstung:

Ob es gleich richtige Reitstiefel sein müssen, hängt von den Gegebenheiten ab. Sollte man bereits am Anfang mit Steigbügeln reiten, wird entsprechendes Schuhwerk sehr wichtig – Reitstiefel und Reitschuhe sind darauf ausgelegt, sich nicht in den Steigbügeln zu verharken.

Die durchgehende Sohle sorgt dafür, dass ein herunterfallender Reiter aus den Bügeln gleitet und nicht mitgeschleift wird.

Wer ohne Steigbügel reitet, kann dies auch anfangs ohne spezielles Schuhwerk tun – lediglich fest sollte es sein. 

Normale Turnschuhe, Chucks, Ballerinas, Sandalen oder ähnliches haben auf einem Reiterhof nichts verloren! Auch wenn man nicht auf dem Pferd sitzt, sind belastbare Schuhe sehr wichtig im Stall. Wanderschuhe und ähnlich solide Schuhe sind beim Reiten ohne Steigbügel sowie für die Stallarbeit denkbar.

Wie viel sollte man als Anfänger für Stiefel ausgeben?
Im Zweifel tun es wie gesagt auch andere Schuhe, es sei denn man legt direkt mit Steigbügeln los. Die günstigsten Reitstiefel findet man online für bereits unter 20€, vernünftige Qualität kann man jedoch erst ab ca. 50€ erwarten – es sei denn man erwischt einen Sale!

Die richtige Hose:

Erste Reitversuche brauchen keine spezielle Hose, jedoch sollte man nicht unbedingt die beste Sonntags-Hose nehmen! Durch Reibung und Schmutz leiden Hosen beim wilden Ritt schnell und es entstehen dauerhafte Schäden. Hier schaffen Reithosen Abhilfe.

Auch Chaps, wie auf dem Bild zu sehen, sind gut geeignet. Diese Beinkleider werden in der Regel über der Hose getragen und nehmen so die Belastungen auf sich. Natürlich muss aber nicht welche im Cowboy-Look nehmen. Andere verlängern beispielsweise lediglich Stiefeletten ein Stück weit, in der Regel auf die Länge normaler Reitstiefel.

Reithose oder Chaps? Oder doch was anderes?
Im Zweifel tut es am Anfang wie gesagt auch eine alte Jeans oder Leggings. Aber aufgepasst, Nähte von Jeans können beispielsweise am Bein scheuern – blöd für Euer Bein und die Hose! Eine gebrauchte Reithose ist für den Anfang daher vielleicht die beste Wahl.

Funktionelle Handschuhe:

LederhandschuheReiten ohne Handschuhe kann gerade für Anfänger schnell sämtlichem Spaß den Garaus machen! Sowohl bei der Stallarbeit als auch auf dem Pferderrücken lauern Blasen, Risse und andere Verletzungen der Handflächen und Finger.

Reithandschuhe machen Sinn, normale Leder oder Stoffhandschuhe funktionieren anfangs  aber ebenso gut. Wichtig ist, dass man genügend Gefühl in den Fingern hat. Fäustlinge sind dem entsprechend natürlich überhaupt nicht zu benutzen.

Bei warmen Wetter trägt man doch keine Handschuhe?
Stimmt, im Sommer können Handschuhe unangenehm sein. Aber wenig ist unangenehmer, als wenn das Pferd sich erschrickt und dir einmal mit Kraft die Zügel durch die Hände zerrt.

No-Go für Anfänger:

Sporen:

In jedem Western gehören sie dazu – die Sporen, die bei jedem Schritt so schön klirren und die hohe Geschwindigkeit versprechen.

Machen wir es kurz: Sporen haben bei Anfängern überhaupt nichts verloren und auch die meisten geübten Reiter verzichten nicht ohne Grund auf diese!

Kein schönes Accessoire:
Tier und Reiter müssen für den Einsatz von Sporen ausgebildet sein, ansonsten gibt es im besten Fall Irritationen, im schlimmsten Fall ernste Verletzungen!

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