Der Pferdekauf ist ein enorm großes Thema im Leben jedes Reiters. Bist du gerade auf der Suche nach deinem Traumpferd? Dann lies dir unsere folgenden Tipps und Tricks durch! Es gibt einige Fallstricke die es zu beachten gilt.

Wenn ihr die einmaligen Anschaffungskosten sowie die monatlichen Kosten bereits im Blick habt, kann es fast schon losgehen mit der Suche! Nur fast? Ja, denn ihr solltet natürlich auch bereits genug über Pferde wissen, um bei der Haltung Fehler zu vermeiden. Der Basispas Pferdekunde ist hier zum Beispiel eine gute Vorbereitung.

Erst die Suche, dann der Kauf

Du willst dein Traumpferd kaufen?Vor jedem Kauf steht natürlich erst einmal die Suche! Du kaufst ja nicht das erstbeste Pferd, sondern möchtest einen Vierbeiner, der möglichst perfekt zu dir passt. Doch wo findet man diesen?

Die erste Anlaufstelle ist in vielen Fällen das Internet. In speziellen Facebook-Gruppen, deren Namen sich oftmals aus „Pferdeverkauf“ und einem Bundesland oder einer Stadt zusammensetzen findet man oft Tiere, die von Liebhabern verkauft werden.

Ein Vorteil hier ist, dass die Angebote oft von vielen Leuten kommentiert werden. Dabei werden dann auch oft Schwächen angesprochen, der Preis geschätzt oder die anderen User nehmen wichtige Fragen vorweg. Das erleichtert ein erstes Filtern ungemein!

Gleichzeitig gibt es auch unzählige Onlineplattformen wie eBay Kleinanzeigen, wo Tiere präsentiert werden. Hier fehlt die beschriebene Schwarmintelligenz natürlich und es kommt alleine auf euren Sachverstand an.

Auktionen beziehungsweise der Direktkauf beim Züchter sind die dritte große Option. Hier ist es an Erstkäufer eines Pferdes jedoch wirklich schwierig. Der Verkäufer ist oftmals darauf geschult, dir das Tier zu einem möglichst guten Preis anzudrehen – möglichst gut für den Verkäufer natürlich.

Was muss beim Kauf beachtet werden?

Gemein haben alle drei Möglichkeiten eine Sache: Fotos, Videos und ein schriftlicher Bericht ersetzen keinen Proberitt! Kauft niemals ein Pferd ohne es direkt gesehen und idealerweise geritten zu haben. Ein Pferd das auf einem Video wunderbar läuft kann in Wahrheit ein lahmer Ackergaul sein. Oder einfach einen miesen, verzogenen Charakter haben.

Idealerweise solltet ihr auch einen Pferdekenner mitnehmen, der das Tier später nicht reiten und nur selten erleben wird. Er kann euch helfen an der rosaroten Brille vorbeizuschauen, die sich eventuell einstellt und Probleme nüchtern ansprechen.

Kein Pferdekauf ohne Papiere!

Kein Pferdekauf ohne Papiere!
Equidenpass, Scan von Alexander Kastler

Manche Betrugsversuche sind leicht zu erkennen. Wenn das im Internet präsentierte Pferd in Wirklichkeit ein Esel ist, wird das auch dem unerfahrenen Erstkäufer aufpassen. Aber ob der schöne Holsteiner Hengst mit der tollen Blesse wirklich der richtige ist? Anhand vielleicht verwackelter Fotos schwer zu entscheiden.

Hier hilft der Blick in die Papiere! Anhand von Merkmalen wie der Farbe, dem Alter, dem Brandzeichen, den Abzeichen usw. kann das Tier sehr sicher identifiziert werden. Einzelne Merkmale können täuschen, die Gesamtheit aber nicht. Auch ist hier in der Regel der gesundheitliche Zustand bereits grundlegend erfasst.

Der Pferdepass, auch Equidenpass genannt, ist hier Standard. In der Regel umfassen die Papiere weiterhin die Zuchtbescheinigung und die Eigentumsurkunde. Letztere ist Pflicht für alle Tiere die ab dem Jahr 2000 geboren wurden und weißt eindeutig aus, wer der Besitzer des Tieres ist.

Wenn die Papiere nicht vorhanden sind oder lückenhaft, ist oft etwas faul im Staate Dänemark. Hier gilt höchste Vorsicht!

Kein Kauf ohne Kaufvertrag!

Kein Pferdekauf ohne Kaufvertrag!Ein Kauf ohne Vertrag, also per Handschlag ist grundsätzlich rechtsgültig. Aber eine echt blöde Idee! Bei möglichen Problemen steht so Aussage gegen Aussage, was sowohl für die Menschen als auch das Tier sehr problematisch werden kann.

Viele Reiter scheuen den Papierkram – aber dazu gibt es keinen wirklichen Grund. Im Internet gibt es viele vorgefertigte Kaufverträge die einfach nur doppelt ausgedruckt und entsprechend befüllt werden müssen. So haben beide Seiten Gewissheit und können sich immer auf diesen beziehen.

Zwei beispielhafte Verträge findet ihr hier auf quoka.de und hier auf meinepferde.de.

Enthalten sein sollten folgende Angaben:

  • Name und Adresse des Käufers
  • Name und Adresse des Verkäufers
  • Detaillierte Angaben zum Pferd
  • der Kaufpreis
  • die Zahlungsvereinbarung (Bar, Überweisung, Check, Raten…)
  • Übergabedatum und Ort
  • Weitere Punkte wie Ausrüstung die mit verkauft wird, bekannte medizinische Probleme usw.

Kein Kauf ohne medizinische Untersuchung!

Traumberuf TierarztJedes Pferd sollte vor der finalen Kaufentscheidung von einem Tierarzt untersucht werden. Der Tierarzt bestätigt den gesundheitlichen Zustand des Pferdes zum Kaufzeitpunkt, was so Einzug in den Vertrag halten kann.

Der Umfang der Untersuchung kann variieren. Für ein Freizeitpferd reicht meistens auch die Basisuntersuchung, bei der sich das Tier im Ruhezustand und nach einer Belastung anschau und einige Werte festhält.

Bei Turnierpferden können auch aufwändige Röntgenuntersuchungen und weitere teure Proben sinnvoll sein. Wer diese Kosten trägt sollte ebenfalls im Kaufvertrag schriftlich festgehalten werden.


Wie sind deine Erfahrungen beim Pferdekauf? Teile deine Erfahrungen hier als Kommentar mit uns!

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